Weinanbau

Was Boden, Klima und der Mensch im Weinberg hervorbringen, kann im Keller nur noch bewahrt werden. Ergänzen kann der Winzer nichts.

Dieser Grundsatz bestimmt unser Tun während des Weinjahres.
Ziel aller Arbeiten um den Rebstock während des Jahres ist es, vollreife, gesunde Trauben zu ernten und Böden und Umwelt so zu erhalten, dass auch künftige Generationen, wie auch schon viele vor uns, hier leben und arbeiten können.
Das beginnt bei der richtigen Rebsortenwahl, geht über eine moderate, bedarfsorientierte Düngung, die Schonung von Nützlingen bis hin zum integrierten Pflanzenschutz und dem optimalen Lesezeitpunkt.

So stellen beispielsweise die Reben verschiedene Ansprüche an die Lage. An den sanften Hängen des Pfälzerwaldes haben wir einen sehr leichten Sandsteinverwitterungsboden. Er ist der optimale Standort für unsere Portugieser und Rieslinge, weil sich der Boden schnell erwärmt und so der spätreifende Riesling voll ausreifen kann. Ganz anders die schweren Lehm-Lössböden um Alsterweiler. Sehr humusreich und tiefgründig fühlen sich dort die Burgunder und der Gewürztraminer außerordentlich wohl. Hier können die tiefen Rebwurzeln auch noch in den heißen Sommermonaten Wasservorräte finden und so die Rebe optimal mit Nährstoffen versorgen.
Heute pflanzen wir Weinberge, die bei guter Pflege bis zu 35 Jahren alt werden können.
Die älteren Rebstöcke bilden wertvolles Potenzial für unsere Weine, da sie bei weniger Wüchsigkeit und Ertrag die komplexeren Weine ergeben.

Es ist eine alte Erkenntnis, dass die Qualität der Trauben steigt, je weniger Früchte der Rebstock erzeugen muss. Daher wird bei uns schon im Winter beim Rebschnitt durch einen geringen Anschnitt der Grundstein für die spätere Qualität gelegt.

Ende April beginnen die Reben „grün zu scheinen“. Der Austrieb ist in vollem Gange und alles steuert auf die arbeitsreichsten Monate Mai bis August zu. Ausgeizen, aufheften, gipfeln, einstecken, entblättern - alles Handarbeiten, die mit Sachverstand durchgeführt werden müssen und bei denen jede Hand gebraucht wird. Die anstrengende Bodenpflege, das Mulchen, Boden lockern und der Pflanzenschutz wird mit den schmalen Traktoren erledigt.

Ein bis vor wenigen Jahren unbekannter Arbeitschritt ist die „Grünlese“. Dabei entfernen wir im August einen Teil der unreifen Trauben, damit die restlichen Früchte besser ausreifen und so charaktervolle Weine entstehen können. Vor der Ernte gibt es eine kleine Verschnaufpause im Weinberg, jetzt ist der Wettergott gefragt. Er soll das seinige tun!

Gegen Ende September beginnt in der Regel die Lese, die sich bis Anfang November hinziehen kann. Oder, wenn wir das Risiko eingehen und auf Eiswein spekulieren, bis zum ersten kräftigen Frost. Minus 8° C sind nötig, damit der Wasseranteil in den Trauben zu Eis gefriert und beim anschließenden Pressen nicht ausläuft. Nur das zuckersüße Konzentrat des Mostes tropft dann langsam von der Presse.