Maria-Schutz-Kapelle 1970 - drei Winzergenerationen: Emil, Paul und Felix

Das Weingut gestern:

Seit mehr als 250 Jahren sind wir Schädlers in Maikammer aktenkundig. Schon immer war unser tägliches Brot der Wein. Ob als Küfer, Weinbauern oder Winzer, immer war es die Liebe zur Kraft und Vollkommenheit der Trauben, die unsere Arbeit geprägt hat.
Auf den Äckern und Wiesen erzeugten unsere Vorfahren alles, was Mensch und Vieh brauchten. An den leichten Hügeln des Pfälzerwaldes aber betrieben wir unsere Leidenschaft. Bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts kultivierte unsere Familie hauptsächlich Silvaner, Riesling und Portugieser.
Erst im Frühjahr nach der Ernte wurden unsere Schädler-Weine von Kommissionären verkostet und dann als Fassware an die großen Kellereien verkauft. Großvater Emil war schon besonders fortschrittlich: Er belieferte bereits Privatkunden in ganz Deutschland. Das geschah in 30-60l Holzfässern, die per Bahn an die Kundschaft verschickt wurden.
Maikammer, schon damals berühmt für seine Weine, war ein großer Handelsplatz für Wein. An der Bahnstrecke Neustadt-Landau wurde Ende des 19. Jahrhunderts eigens ein Güterbahnhof für den Versand gebaut. So konnte man schon zu etwas Geld kommen: In guten Jahren wurde für ein Liter Fasswein der Preis für ein Kilogramm bestes Rindfleisch bezahlt.

Unsere Vorfahren waren ihrer Zeit voraus und erkannten schon früh die Vorzüge der Direktvermarktung. Schon in den 50er Jahren füllten wir in unserem Haus die ersten Flaschenweine ab: Damals noch ohne aufwändige Technik, sondern ganz einfach mit Schlauch und Handkorkmaschine. Die ersten Sorten: „Alsterweiler Rotwein“ und „Maikammer Silvaner“. Besonderen Erfolg hatten wir mit dem legendären 1959er.
Unsere „Schädler-Weine“ fanden schnell Freunde und so erweiterte unsere Familie Anbaufläche, Sortenreichtum und damit die Direktvermarktung ständig. Seit dieser Zeit ziert übrigens die Maria-Schutz-Kapelle unsere Etiketten. Von der Hartmannstraße vor dem Weingut kann man ihre Turmspitze auf dem Wetterkreuzberg über Alsterweiler entdecken.

Die Technik hielt Einzug im Weinbau. 1966 ging das letzte Arbeitspferd aus dem Stall, Traktoren übernahmen die schwere Arbeit im Weinberg. Die erste Zugmaschine, ein „Fendt-Dieselross“, BJ 1950, steht noch heute im Betrieb und ist der ganze Stolz unseres Seniorchefs Paul.
Auch die Sortenvielfalt nahm zu. Der Müller-Thurgau und die ganze Burgunderfamilie bereicherten das Angebot der Pfalzweine schon länger, bald folgten Morio-Muskat, Kerner und der heute nicht mehr wegzudenkende Dornfelder.